Interview mit Tad Williams (SONO Redaktion)
SONO: Otherland bewegt sich in der Tradition klassischer Reiseromane, wobei Freundschaft und der Kampf Gut gegen Böse im Mittelpunkt der Handlung stehen. Was war die auslösende Idee und wie gestaltete sich die Phase der Planung dieses Mammutwerkes?
Tad Williams: Die Idee, mit der alles angefangen hat, war eigentlich eine ganz einfache – nämlich die, einen Fluss als Metapher für die Reise des Lebens und die Entdeckungsreise zu benutzen, ähnlich wie in Conrads „Herz der Finsternis“ oder Twains „Huckleberry Finn“. Ich habe mich gefragt, wie man als Autor zu einem Fluss kommt, der wirklich metaphorisch ist, also nicht nur als Metapher gebraucht wird, sondern tatsächlich imaginativ ist. Als ich mich dann entschloss, dass sich dieser Fluss im Inneren eines Computers befindet und virtuelle Welten miteinander verbinden sollte, lief der Rest der Geschichte wie von selbst.
SONO: Die Protagonisten von Otherland hattest du ja sicher klar vor deinen Augen, aber wie entstanden die zahllosen Nebenfiguren, die die Geschichte bevölkern? Hattest du auch hier einen festen Plan oder bist du dem Fluss der Geschichte gefolgt?
Tad Williams: Eigentlich stecke ich viel mehr Vorbereitungszeit in die Nebenfiguren und die Frage, wer sie sind, denn während ich schreibe, habe ich, im Gegensatz zu den Protagonisten, keine Zeit mehr, sie kennen zu lernen. Nehmen wir z.B. Renie Sulaweyo, die sich während der Geschichte entwickelt, insbesondere im ersten Band, wo ich sie den verschiedensten Situationen aussetze. Eine Nebenfigur, die ja nur einmal auftaucht und dann wieder verschwindet, muss hingegen schon ziemlich abschließend ausgearbeitet sein, wenn sie ihren Auftritt hat.
SONO: Die Zukunft, die du in "Otherland" entwirfst, ist ziemlich düster; Mega-Konzerne beherrschen die Welt, die Umweltzerstörung ist vorangeschritten und der Weltraum bietet auch keine Perspektive. Das Leben im Netz scheint für die meisten Figuren eine Art Realitätsflucht zu sein - ist das alles für dich nur ein interessantes Setting oder auch eine Art Prognose wohin wir steuern?
Tad Williams: Ich denke, was ich geschaffen habe, ist eine ziemlich direkte Extrapolation der gegenwärtigen Zustände: Die Welt von „Otherland“ unterscheidet sich eigentlich nicht groß von unserer. Ist unsere Welt ein dunkler, beängstigender Ort? Wenn du das glaubst, dann gilt das auch für meine Zukunftsversion. Oder leben wir nicht in einer Welt, die viel eher Anlass zur Hoffnung als zum Schrecken bietet? Denk nur an die Fortschritte in der Medizin, der Kommunikation oder der langsamen aber stetigen Ausrottung der wahren Übels, wie z.B. der Sklaverei. Wenn man es so betrachtet, ist die Welt von „Otherland“ gar nicht so schlimm. Es ist vielleicht nicht paradiesisch, aber im Gegensatz zu einer echten Dystopie wie Orwells “1984” können viele Menschen noch immer ein glückliches Leben führen und es gibt noch immer die Hoffnung auf bessere Tage.
SONO: Liest man den "Osten Ard Zyklus" und "Otherland", hat man den Eindruck, dass du den Detailreichtum des älteren Zyklus noch um einiges übertroffen hast. - Bietet die Science-Fiction hier mehr Raum und in welche Richtung - Fantasy oder Sci Fi - würdest du gerne weiter arbeiten
Tad Williams: Ich weiß nicht, ob ich dieser Aussage wirklich zustimmen kann. Ich denke, dass die Verwendung der Netfeeds ein bisschen Schummlerei war, um der Welt viel Tiefe zu verleihen, ohne das alles in die eigentliche Geschichte integrieren zu müssen - genau das habe ich aber in Osten Ard getan. Hier ist nahezu alles, was ich irgendwie in die Hand bekommen habe, eine zusammengeschusterte Pseudo-Historie geworden. Das ist es, was ich daran so liebe. Und das ist der einzige Einfluss Tolkiens, der mich bis zum heutigen Tag begleitet. Eigentlich kann es ja nicht nur das gewesen sein, was mich an ihm so angezogen hat, aber er ist der erste Autor, der mir begegnet ist, der eine so tiefe, aber erdachte Hintergrundgeschichte in seine Bücher integriert hat. Seitdem habe ich auch andere Schriftsteller gelesen, die das gemacht haben und bei mir zieht es immer.
Was meine nächsten Projekte betrifft, besprechen wir ja noch weiter unten. Nur so viel; ich probiere immer gerne was Neues.
SONO: Hat dein Vater die „Otherland“ Bücher mittlerweile gelesen oder wenigstens zur Kenntnis genommen, dass du sie ihm gewidmet hast?
Tad Williams: Auf seine typische, mich rasend machende Art und Weise hat er es dann irgendwann herausgefunden, aber keiner weiß, wann genau. Wir glauben, dass irgendein Freund von ihm in einem Buchladen ihm die Widmung gezeigt und gesagt hat: „Hey, sieh dir das an, wann hast du davon erfahren?“ Was natürlich in eben jenem Moment geschah – falls es sich so zugetragen hat. Allzu positiv hat er es dann auch nicht aufgenommen, so dass die ganze Geschichte eine ziemliche Enttäuschung war. Ich glaube, er macht das mit Absicht.
SONO: Basieren deine Figuren auf realen Vorlagen oder sind sie strikte Fiktion?
Tad Williams: Ich glaube kaum, dass es Figuren gibt, die reine Fiktion sind, einfach deshalb weil man als Autor nur über Dinge schreiben kann, die man selbst erlebt hat oder die man im Umgang mit anderen Menschen erfahren hat. Wie auch immer, die beste Antwort auf diese Frage lautet wohl, dass meine Figuren nicht auf realen Personen als ganzes basieren. Ich nehme Elemente realer Personen und füge ausgedachte Charakterzüge hinzu. Figuren nur auf echten Menschen basieren zu lassen ist auch sehr einengend, denn dann werden sie für mich weniger flexibel und können weniger überraschende Dinge tun.
SONO: Betreibst du für deine Bücher viel Recherche (beispielsweise für die technischen Aspekte in „Otherland“ oder die historischen Elemente in „Osten Ard“) oder beugen sich diese Aspekte der Geschichte?
Tad Williams: Recherche ist gerade für Fantasy und Science-Fiction Literatur äußerst wichtig, weil wir es schwieriger haben, die Realitäten unserer Bücher glaubhaft zu machen. Wenn du eine Mainstream Geschichte über einen Briefträger schreiben willst, der in Stuttgart oder Cleveland, Ohio lebt, dann werden die Leute wohl annehmen, dass es eine solche Person geben könnte. Wenn du hingegen über Elben, Vampire oder über nicht auf Karbon basierende Lebensformen schreiben möchtest, dann muss man sich schon etwas ins Zeug legen, um sie dem Leser glaubhaft zu machen. Darüber hinaus finde ich die Recherchearbeit ohnehin sehr nützlich, denn erstens lerne ich eine Menge neuer Sachen, was mich als Autor in meinem kreativen Prozess unterstützt und zweitens finde ich meistens an Stellen, an denen ich gar nicht gesucht hatte, Informationen, die mir später nützlich sein könnten oder die einfach interessant zu wissen sind. Für „Otherland“ hatte ich einen gewaltigen Rechercheaufwand. Hunderte von Büchern, haufenweise Zeitungsartikel, Tonnen von Karten, ich habe Orte aufgesucht, an denen VR Equipment zum Einsatz kommt, habe mitten in der Nacht mit obskuren Städten telefoniert und habe mit Polizeistationen, Reisebüros und Handelskammern gesprochen – sag irgendetwas, ich habe es getan. Ich glaube nicht, und dabei liebe ich Recherchearbeiten, dass ich noch einmal an einem Projekt arbeiten möchte, dass derart viel Vorbereitung verlangt. Aber selbst eine relativ simple Fantasygeschichte verlangt schon einiges an Nachforschungen. Ich meine, wie kann man über die Kriegsführung vor Einführung von Schusswaffen schreiben, wenn man sich nicht damit beschäftigt hat – es spielt dabei doch keine Rolle, ob deine Kavallerie auf Dinosauriern, Einhörner oder was auch immer reitet. Das ist alles wichtig. Aber es macht auch viel Spaß.
SONO: Einige deiner literarischen Vorbilder, wie z.B. Homers Odyssee, sind offensichtlich. Vor anderen, wie dem Krieg der Welten, verneigst du dich - welche Bücher haben dich in deinem Schaffen noch beeinflusst?
Tad Williams: Es gibt einen Unterschied zwischen Beeinflussung - ich würde sagen, „Otherland“ wurde von so verschiedenen Werken wie Farmers „Riverworld Saga“, L.M. Bostons „Green Knowe Chronicles“ oder die Bücher von T. Pynchon (Hinweis des Übersetzers; Keines dieser Bücher ist derzeit auf Deutsch erhältlich) - und die spaßigsten Elemente anderer Bücher klauen, was ich über die ganze Geschichte hinweg getan habe. Das ist etwas, was mich an „Otherland“ so gereizt hat; mit fast allem zu arbeiten, wofür ich mich entscheide, inklusive fiktionaler Universen.
SONO: Könntest du dir vorstellen, eines Tages in die Welt von Otherland zurückzukehren, vielleicht in Form von Kurzgeschichten, wie in Osten Ard oder sogar mit einem zweiten Zyklus?
Tad Williams: Tatsächlich habe ich gerade meine erste Post-Otherland Arbeit, die in derselben Welt angesiedelt ist, abgeschlossen. Es ist eine Kurzgeschichte für eine Anthologie namens „Legends II“, die von Robert Silberberg herausgebracht wird. Sie trägt den Titel „The happiest dead Boy in the World“ und handelt von einer der Hauptfiguren aus “Otherland” nach den Ereignissen des Buches. Ich sage natürlich nicht, wer es ist, um niemandem den Spaß zu verderben, der den Zyklus noch nicht durchgelesen hat. Ich hoffe, dass die Kurzgeschichte die Idee, die „Otherland“ zugrunde liegt, weiter vertieft und ihr einen neuen Aspekt hinzufügt. Es macht keinen Sinn, eine Welt noch einmal zu besuchen, wenn man dadurch keinen neuen Blickwinkel auf sie gewinnt. Was nun die weitere Zukunft betrifft... wer weiß? Ich plane im Moment zwar nichts derartiges, aber grundsätzlich vorstellen könnte ich es mir schon. Ich mochte die Figuren und ICH LIEBE ES, mit den berühmten Werken anderer Autoren herumzuspielen...
SONO: Tanja Kinkel, eine deutsche Bestsellerautorin sagt zu "Otherland": Tad Williams hat mit Otherland aus FanFiction eine Kunst gemacht, da besagter Zyklus ja von Gormenghast bis zum Mars a la Edgar Rice Burroughs alle möglichen "klassischen" phantastischen Erzählungen einbindet.
Ist Otherland die perfekte FanFiction, oder wie stehst du zu der Äußerung von Frau Kinkel?
Tad Williams: Ja, da ist unbestreitbar etwas davon in „Otherland“, obwohl ich mich wohl für andere Bücher entschieden hätte, wenn es nur darum ginge. Doch wie ich bereits sagte, es war unter anderem dieser Aspekt, der mich an „Otherland“ so gereizt hat und überhaupt erst auf den richtigen Weg brachte. Es ist, um ein viel zitiertes, amerikanisches Bild zu benutzen, mein eigenes, ganz privates Disneyland.
SONO: Wie bist du beim Schreiben vorgegangen, um nicht das große Ziel aus den Augen zu verlieren?
Tad Williams: Das ist eine der Fragen, die schwierig zu beantworten sind. Es ist einfach meine Art, zu arbeiten. Im Grunde ist es ein bisschen, als würde man einen Athleten fragen, wie er es schafft, so hoch zu springen. Begabung und viel praktische Erfahrung, ehrlich. Ich neige dazu, einen Großteil meiner Geschichten im Kopf zu behalten. Einerseits führt das dazu, dass die Einzelteile immer wieder zusammenknallen und so zu neuen Teilen führen, andererseits ist das Gedächtnis wie ein Muskel und man muss es benutzen, um es zu trainieren.
SONO: Wie hält Tad Williams es mit der Virtualität? Nutzt du das Internet regelmäßig? Welche Chancen siehst du hier?
Tad Williams: Was Computer, das Internet und Technik im Allgemeinen betrifft, so bin ich irgendwas zwischen einem echten „Science Boy“ und einem hoffnungslosen Zivilisten. Ich bin kein Ingenieur oder Programmierer – ich bin nicht mal in der Nähe davon – aber ich habe schon für Apple gearbeitet und benutze Computer nun schon seit vielen Jahren. Seit ungefähr 15 Jahren bin ich in den Arbeiten an Online Communities involviert – ein blutiger Anfänger bin ich also auch nicht. Ich glaube, das Internet ist weder gut noch schlecht. Es ist einfach nur eine neue Form der Kommunikation und ein neues Medium zum Archivieren; es hat bereits eine Menge Veränderungen mit sich gebracht, aber es wird noch sehr viel mehr ändern, als bisher.
SONO: Die Bücher, die dir am Herzen liegen, scheinen auf den ersten Blick mit Virtualität nichts zu tun zu haben; wie sieht es mit Autoren wie Gibson aus? Bist du ein Fan vom "Neuromancer" oder war die Virtualität für dich weniger ein wesentliches Konzept als vielmehr Mittel zum Zweck?
Tad Williams: Natürlich bin ich ein Fan von Gibson, aber in erster Linie deshalb, weil er ein großartiger Autor ist. Die Konzepte von Virtualität sind in der Science-Fiction Literatur schon eine ganze Weile im Umlauf und wurden auch schon von anderen vor mir verwendet. Ich habe versucht, die Idee von Virtualität zu meinen eigenen, ganz praktischen Gründen zu verwenden, nämlich eine epische Geschichte zu erzählen, die hinsichtlich der wissenschaftlichen Grundzüge eher praktisch ist, die aber zu geradezu magischen Resultaten führt, indem sie nämlich die Fähigkeit verleiht, zwischen völlig verschiedenen Welten - einige von ihnen historisch, andere frei erfunden - hin und her zu reisen. Es war dieses Ergebnis, das für mich wirklich interessant war. Ich glaube, ich bin ein ganz anderer Schriftsteller, als Gibson. Während er sehr düstere Geschichten schreibt, sind meine doch eher in der Tradition von Schelmenromanen zu lesen, um nur zwei Beispiele zu nennen.
SONO: In Deutschland wirst du oft mit J.R.R. Tolkien verglichen. Was hältst du von solchen Vergleichen?
Tad Williams: Wenn dieser Vergleich gezogen wird, um auf einen bestimmten Aspekt, sei er nun positiv oder negativ, hinzuweisen, dann ist das für mich in Ordnung. Tolkiens Arbeit ist ein Meilenstein in der Literatur und es ehrt mich, mit ihm verglichen zu werden. Wenn es sich nur um ein Label von faulen oder nicht informierten Kritikern in der Art von „Genau wie Tolkien!“ oder noch kürzer „Tolkienesque“ handelt, dann bin ich nicht interessiert. Leider ist das genauso üblich geworden wie das „Neu und verbessert!“ in der Werbung.
SONO: Du hast uns schon von deiner Kurzgeschichte erzählt. Auf welche anderen Projekte können sich deine Leser in der nahen und fernen Zukunft freuen?
Tad Williams: Ich arbeite gerade an einer Geschichte namens “Shadowmarch”, wieder ein mehrbändiges, episches Fantasywerk, das eigentlich als online Serienbuch angefangen hat (Ich habe der Print Version aber bereits sehr viel neues Material hinzugefügt). Gleichzeitig arbeite ich mit meiner Frau Deborah Beale an ein paar Geschichten, die man als Jugendbücher bezeichnen könnte – obwohl ich denke, dass Leser, die meine anderen Arbeiten mochten, auch daran ihren Spaß haben werden. Sie tragen die Titel „The Dragons of ordinary Farm“ und „Urchin’s Luck“, letztere ist wieder ein Tier-Fantasyroman wie mein erstes Buch „Tailchaser’s Song“ (zu deutsch „Traumjäger und Goldpfote“).
Irgendwann will ich eine Detektivserie schreiben, in der es darum geht, was mit Menschen nach ihrem Tod geschieht. Der Arbeitstitel hierfür ist „The Choir invisible“.
Außerdem fuhrwerke ich auch weiterhin mit Filmen und Comics herum. Also nichts Konkretes im Moment, aber jede Menge interessanter Möglichkeiten.
SONO: Planst du eine weitere Zusammenarbeit mit einem anderen Autor wie für „Stimme der Finsternis“?
Tad Williams: Also geplant hatte ich das damals eigentlich nicht. Ich war einfach zu beschäftigt, um aus einer meiner Kurzgeschichten ein Buch zu machen und da hat man mir einen Co-Autor angeboten. Davon war ich überhaupt nicht begeistert – bis Ninas Name ins Spiel kam. Dann habe ich sehr schnell ja gesagt, denn Nina ist eine ebenso exzellente, wie faszinierende Autorin. Im Moment arbeite ich an zwei Geschichten, die ich zusammen mit meiner Frau Deborah Beale schreibe; beide könnte man als Jugendbücher beschreiben, doch werden sie auch all jene begeistern, die meine anderen Arbeiten mochten. Die Arbeitstitel lauten „The Dragons of ordinary Farm“ und „Urchin’s Luck“. Ich denke, das zählt als Zusammenarbeit, auch wenn wir verheiratet sind, oder? (Es ist jedenfalls viel leichter, als Kinder zu erziehen und kommt mir gar nicht richtig wie Arbeit vor...)
SONO: Gibt es eine Frage, auf die du in einem Interview immer gewartet hast, die aber nie kam?
Tad Williams: Es überrascht mich, dass ich nicht öfter nach meiner Vergangenheit als Pirat befragt werde. Man sollte doch meinen, dass all dieses Schiffe plündern, das Leute über die Planken schicken und vor allem auch die Schätze vergraben mehr Interesse bei den Leuten wecken würde, aber nein! Ich glaube, die heutigen Leser sind einfach alle abgestumpft. Im Ernst, mir fällt keine Frage ein, mit der ich gerechnet hätte, die mir aber nie gestellt wurde. - Obwohl solche Sachen wie mein literarisches Verhältnis zu Tolkien, das einige weniger intelligente Kritiker als sklavische Imitation oder sogar kommerzielles Parasitentum verstehen - dann muss ich mir in der Öffentlichkeit selbst ein wenig schmeicheln und die Frage verdrehen, in dem ich Dinge sage wie: „Und wie sie sicherlich alle verstanden haben, ist das ganze weniger eine Hommage an Tolkien, sondern eher eine Diskussion einzelner Elemente in seinem Werk.“ Ich setze mich mit so etwas auseinander, indem ich es in meine Geschichte einfließen lasse, nicht, indem ich eine theoretische Abhandlung zu dem Thema schreibe.
SONO: Tad, ich danke dir im Namen der ganzen SONO Redaktion!
Tad Williams: Bitte schön, ich hoffe, ihr könnt mit den Antworten etwas anfangen. Alles Gute – Tad
Das Gespräch führte Marcel Dykiert mit der Unterstützung von Elvir Dolic
Tad Williams: Die Idee, mit der alles angefangen hat, war eigentlich eine ganz einfache – nämlich die, einen Fluss als Metapher für die Reise des Lebens und die Entdeckungsreise zu benutzen, ähnlich wie in Conrads „Herz der Finsternis“ oder Twains „Huckleberry Finn“. Ich habe mich gefragt, wie man als Autor zu einem Fluss kommt, der wirklich metaphorisch ist, also nicht nur als Metapher gebraucht wird, sondern tatsächlich imaginativ ist. Als ich mich dann entschloss, dass sich dieser Fluss im Inneren eines Computers befindet und virtuelle Welten miteinander verbinden sollte, lief der Rest der Geschichte wie von selbst.
SONO: Die Protagonisten von Otherland hattest du ja sicher klar vor deinen Augen, aber wie entstanden die zahllosen Nebenfiguren, die die Geschichte bevölkern? Hattest du auch hier einen festen Plan oder bist du dem Fluss der Geschichte gefolgt?
Tad Williams: Eigentlich stecke ich viel mehr Vorbereitungszeit in die Nebenfiguren und die Frage, wer sie sind, denn während ich schreibe, habe ich, im Gegensatz zu den Protagonisten, keine Zeit mehr, sie kennen zu lernen. Nehmen wir z.B. Renie Sulaweyo, die sich während der Geschichte entwickelt, insbesondere im ersten Band, wo ich sie den verschiedensten Situationen aussetze. Eine Nebenfigur, die ja nur einmal auftaucht und dann wieder verschwindet, muss hingegen schon ziemlich abschließend ausgearbeitet sein, wenn sie ihren Auftritt hat.
SONO: Die Zukunft, die du in "Otherland" entwirfst, ist ziemlich düster; Mega-Konzerne beherrschen die Welt, die Umweltzerstörung ist vorangeschritten und der Weltraum bietet auch keine Perspektive. Das Leben im Netz scheint für die meisten Figuren eine Art Realitätsflucht zu sein - ist das alles für dich nur ein interessantes Setting oder auch eine Art Prognose wohin wir steuern?
Tad Williams: Ich denke, was ich geschaffen habe, ist eine ziemlich direkte Extrapolation der gegenwärtigen Zustände: Die Welt von „Otherland“ unterscheidet sich eigentlich nicht groß von unserer. Ist unsere Welt ein dunkler, beängstigender Ort? Wenn du das glaubst, dann gilt das auch für meine Zukunftsversion. Oder leben wir nicht in einer Welt, die viel eher Anlass zur Hoffnung als zum Schrecken bietet? Denk nur an die Fortschritte in der Medizin, der Kommunikation oder der langsamen aber stetigen Ausrottung der wahren Übels, wie z.B. der Sklaverei. Wenn man es so betrachtet, ist die Welt von „Otherland“ gar nicht so schlimm. Es ist vielleicht nicht paradiesisch, aber im Gegensatz zu einer echten Dystopie wie Orwells “1984” können viele Menschen noch immer ein glückliches Leben führen und es gibt noch immer die Hoffnung auf bessere Tage.
SONO: Liest man den "Osten Ard Zyklus" und "Otherland", hat man den Eindruck, dass du den Detailreichtum des älteren Zyklus noch um einiges übertroffen hast. - Bietet die Science-Fiction hier mehr Raum und in welche Richtung - Fantasy oder Sci Fi - würdest du gerne weiter arbeiten
Tad Williams: Ich weiß nicht, ob ich dieser Aussage wirklich zustimmen kann. Ich denke, dass die Verwendung der Netfeeds ein bisschen Schummlerei war, um der Welt viel Tiefe zu verleihen, ohne das alles in die eigentliche Geschichte integrieren zu müssen - genau das habe ich aber in Osten Ard getan. Hier ist nahezu alles, was ich irgendwie in die Hand bekommen habe, eine zusammengeschusterte Pseudo-Historie geworden. Das ist es, was ich daran so liebe. Und das ist der einzige Einfluss Tolkiens, der mich bis zum heutigen Tag begleitet. Eigentlich kann es ja nicht nur das gewesen sein, was mich an ihm so angezogen hat, aber er ist der erste Autor, der mir begegnet ist, der eine so tiefe, aber erdachte Hintergrundgeschichte in seine Bücher integriert hat. Seitdem habe ich auch andere Schriftsteller gelesen, die das gemacht haben und bei mir zieht es immer.
Was meine nächsten Projekte betrifft, besprechen wir ja noch weiter unten. Nur so viel; ich probiere immer gerne was Neues.
SONO: Hat dein Vater die „Otherland“ Bücher mittlerweile gelesen oder wenigstens zur Kenntnis genommen, dass du sie ihm gewidmet hast?
Tad Williams: Auf seine typische, mich rasend machende Art und Weise hat er es dann irgendwann herausgefunden, aber keiner weiß, wann genau. Wir glauben, dass irgendein Freund von ihm in einem Buchladen ihm die Widmung gezeigt und gesagt hat: „Hey, sieh dir das an, wann hast du davon erfahren?“ Was natürlich in eben jenem Moment geschah – falls es sich so zugetragen hat. Allzu positiv hat er es dann auch nicht aufgenommen, so dass die ganze Geschichte eine ziemliche Enttäuschung war. Ich glaube, er macht das mit Absicht.
SONO: Basieren deine Figuren auf realen Vorlagen oder sind sie strikte Fiktion?
Tad Williams: Ich glaube kaum, dass es Figuren gibt, die reine Fiktion sind, einfach deshalb weil man als Autor nur über Dinge schreiben kann, die man selbst erlebt hat oder die man im Umgang mit anderen Menschen erfahren hat. Wie auch immer, die beste Antwort auf diese Frage lautet wohl, dass meine Figuren nicht auf realen Personen als ganzes basieren. Ich nehme Elemente realer Personen und füge ausgedachte Charakterzüge hinzu. Figuren nur auf echten Menschen basieren zu lassen ist auch sehr einengend, denn dann werden sie für mich weniger flexibel und können weniger überraschende Dinge tun.
SONO: Betreibst du für deine Bücher viel Recherche (beispielsweise für die technischen Aspekte in „Otherland“ oder die historischen Elemente in „Osten Ard“) oder beugen sich diese Aspekte der Geschichte?
Tad Williams: Recherche ist gerade für Fantasy und Science-Fiction Literatur äußerst wichtig, weil wir es schwieriger haben, die Realitäten unserer Bücher glaubhaft zu machen. Wenn du eine Mainstream Geschichte über einen Briefträger schreiben willst, der in Stuttgart oder Cleveland, Ohio lebt, dann werden die Leute wohl annehmen, dass es eine solche Person geben könnte. Wenn du hingegen über Elben, Vampire oder über nicht auf Karbon basierende Lebensformen schreiben möchtest, dann muss man sich schon etwas ins Zeug legen, um sie dem Leser glaubhaft zu machen. Darüber hinaus finde ich die Recherchearbeit ohnehin sehr nützlich, denn erstens lerne ich eine Menge neuer Sachen, was mich als Autor in meinem kreativen Prozess unterstützt und zweitens finde ich meistens an Stellen, an denen ich gar nicht gesucht hatte, Informationen, die mir später nützlich sein könnten oder die einfach interessant zu wissen sind. Für „Otherland“ hatte ich einen gewaltigen Rechercheaufwand. Hunderte von Büchern, haufenweise Zeitungsartikel, Tonnen von Karten, ich habe Orte aufgesucht, an denen VR Equipment zum Einsatz kommt, habe mitten in der Nacht mit obskuren Städten telefoniert und habe mit Polizeistationen, Reisebüros und Handelskammern gesprochen – sag irgendetwas, ich habe es getan. Ich glaube nicht, und dabei liebe ich Recherchearbeiten, dass ich noch einmal an einem Projekt arbeiten möchte, dass derart viel Vorbereitung verlangt. Aber selbst eine relativ simple Fantasygeschichte verlangt schon einiges an Nachforschungen. Ich meine, wie kann man über die Kriegsführung vor Einführung von Schusswaffen schreiben, wenn man sich nicht damit beschäftigt hat – es spielt dabei doch keine Rolle, ob deine Kavallerie auf Dinosauriern, Einhörner oder was auch immer reitet. Das ist alles wichtig. Aber es macht auch viel Spaß.
SONO: Einige deiner literarischen Vorbilder, wie z.B. Homers Odyssee, sind offensichtlich. Vor anderen, wie dem Krieg der Welten, verneigst du dich - welche Bücher haben dich in deinem Schaffen noch beeinflusst?
Tad Williams: Es gibt einen Unterschied zwischen Beeinflussung - ich würde sagen, „Otherland“ wurde von so verschiedenen Werken wie Farmers „Riverworld Saga“, L.M. Bostons „Green Knowe Chronicles“ oder die Bücher von T. Pynchon (Hinweis des Übersetzers; Keines dieser Bücher ist derzeit auf Deutsch erhältlich) - und die spaßigsten Elemente anderer Bücher klauen, was ich über die ganze Geschichte hinweg getan habe. Das ist etwas, was mich an „Otherland“ so gereizt hat; mit fast allem zu arbeiten, wofür ich mich entscheide, inklusive fiktionaler Universen.
SONO: Könntest du dir vorstellen, eines Tages in die Welt von Otherland zurückzukehren, vielleicht in Form von Kurzgeschichten, wie in Osten Ard oder sogar mit einem zweiten Zyklus?
Tad Williams: Tatsächlich habe ich gerade meine erste Post-Otherland Arbeit, die in derselben Welt angesiedelt ist, abgeschlossen. Es ist eine Kurzgeschichte für eine Anthologie namens „Legends II“, die von Robert Silberberg herausgebracht wird. Sie trägt den Titel „The happiest dead Boy in the World“ und handelt von einer der Hauptfiguren aus “Otherland” nach den Ereignissen des Buches. Ich sage natürlich nicht, wer es ist, um niemandem den Spaß zu verderben, der den Zyklus noch nicht durchgelesen hat. Ich hoffe, dass die Kurzgeschichte die Idee, die „Otherland“ zugrunde liegt, weiter vertieft und ihr einen neuen Aspekt hinzufügt. Es macht keinen Sinn, eine Welt noch einmal zu besuchen, wenn man dadurch keinen neuen Blickwinkel auf sie gewinnt. Was nun die weitere Zukunft betrifft... wer weiß? Ich plane im Moment zwar nichts derartiges, aber grundsätzlich vorstellen könnte ich es mir schon. Ich mochte die Figuren und ICH LIEBE ES, mit den berühmten Werken anderer Autoren herumzuspielen...
SONO: Tanja Kinkel, eine deutsche Bestsellerautorin sagt zu "Otherland": Tad Williams hat mit Otherland aus FanFiction eine Kunst gemacht, da besagter Zyklus ja von Gormenghast bis zum Mars a la Edgar Rice Burroughs alle möglichen "klassischen" phantastischen Erzählungen einbindet.
Ist Otherland die perfekte FanFiction, oder wie stehst du zu der Äußerung von Frau Kinkel?
Tad Williams: Ja, da ist unbestreitbar etwas davon in „Otherland“, obwohl ich mich wohl für andere Bücher entschieden hätte, wenn es nur darum ginge. Doch wie ich bereits sagte, es war unter anderem dieser Aspekt, der mich an „Otherland“ so gereizt hat und überhaupt erst auf den richtigen Weg brachte. Es ist, um ein viel zitiertes, amerikanisches Bild zu benutzen, mein eigenes, ganz privates Disneyland.
SONO: Wie bist du beim Schreiben vorgegangen, um nicht das große Ziel aus den Augen zu verlieren?
Tad Williams: Das ist eine der Fragen, die schwierig zu beantworten sind. Es ist einfach meine Art, zu arbeiten. Im Grunde ist es ein bisschen, als würde man einen Athleten fragen, wie er es schafft, so hoch zu springen. Begabung und viel praktische Erfahrung, ehrlich. Ich neige dazu, einen Großteil meiner Geschichten im Kopf zu behalten. Einerseits führt das dazu, dass die Einzelteile immer wieder zusammenknallen und so zu neuen Teilen führen, andererseits ist das Gedächtnis wie ein Muskel und man muss es benutzen, um es zu trainieren.
SONO: Wie hält Tad Williams es mit der Virtualität? Nutzt du das Internet regelmäßig? Welche Chancen siehst du hier?
Tad Williams: Was Computer, das Internet und Technik im Allgemeinen betrifft, so bin ich irgendwas zwischen einem echten „Science Boy“ und einem hoffnungslosen Zivilisten. Ich bin kein Ingenieur oder Programmierer – ich bin nicht mal in der Nähe davon – aber ich habe schon für Apple gearbeitet und benutze Computer nun schon seit vielen Jahren. Seit ungefähr 15 Jahren bin ich in den Arbeiten an Online Communities involviert – ein blutiger Anfänger bin ich also auch nicht. Ich glaube, das Internet ist weder gut noch schlecht. Es ist einfach nur eine neue Form der Kommunikation und ein neues Medium zum Archivieren; es hat bereits eine Menge Veränderungen mit sich gebracht, aber es wird noch sehr viel mehr ändern, als bisher.
SONO: Die Bücher, die dir am Herzen liegen, scheinen auf den ersten Blick mit Virtualität nichts zu tun zu haben; wie sieht es mit Autoren wie Gibson aus? Bist du ein Fan vom "Neuromancer" oder war die Virtualität für dich weniger ein wesentliches Konzept als vielmehr Mittel zum Zweck?
Tad Williams: Natürlich bin ich ein Fan von Gibson, aber in erster Linie deshalb, weil er ein großartiger Autor ist. Die Konzepte von Virtualität sind in der Science-Fiction Literatur schon eine ganze Weile im Umlauf und wurden auch schon von anderen vor mir verwendet. Ich habe versucht, die Idee von Virtualität zu meinen eigenen, ganz praktischen Gründen zu verwenden, nämlich eine epische Geschichte zu erzählen, die hinsichtlich der wissenschaftlichen Grundzüge eher praktisch ist, die aber zu geradezu magischen Resultaten führt, indem sie nämlich die Fähigkeit verleiht, zwischen völlig verschiedenen Welten - einige von ihnen historisch, andere frei erfunden - hin und her zu reisen. Es war dieses Ergebnis, das für mich wirklich interessant war. Ich glaube, ich bin ein ganz anderer Schriftsteller, als Gibson. Während er sehr düstere Geschichten schreibt, sind meine doch eher in der Tradition von Schelmenromanen zu lesen, um nur zwei Beispiele zu nennen.
SONO: In Deutschland wirst du oft mit J.R.R. Tolkien verglichen. Was hältst du von solchen Vergleichen?
Tad Williams: Wenn dieser Vergleich gezogen wird, um auf einen bestimmten Aspekt, sei er nun positiv oder negativ, hinzuweisen, dann ist das für mich in Ordnung. Tolkiens Arbeit ist ein Meilenstein in der Literatur und es ehrt mich, mit ihm verglichen zu werden. Wenn es sich nur um ein Label von faulen oder nicht informierten Kritikern in der Art von „Genau wie Tolkien!“ oder noch kürzer „Tolkienesque“ handelt, dann bin ich nicht interessiert. Leider ist das genauso üblich geworden wie das „Neu und verbessert!“ in der Werbung.
SONO: Du hast uns schon von deiner Kurzgeschichte erzählt. Auf welche anderen Projekte können sich deine Leser in der nahen und fernen Zukunft freuen?
Tad Williams: Ich arbeite gerade an einer Geschichte namens “Shadowmarch”, wieder ein mehrbändiges, episches Fantasywerk, das eigentlich als online Serienbuch angefangen hat (Ich habe der Print Version aber bereits sehr viel neues Material hinzugefügt). Gleichzeitig arbeite ich mit meiner Frau Deborah Beale an ein paar Geschichten, die man als Jugendbücher bezeichnen könnte – obwohl ich denke, dass Leser, die meine anderen Arbeiten mochten, auch daran ihren Spaß haben werden. Sie tragen die Titel „The Dragons of ordinary Farm“ und „Urchin’s Luck“, letztere ist wieder ein Tier-Fantasyroman wie mein erstes Buch „Tailchaser’s Song“ (zu deutsch „Traumjäger und Goldpfote“).
Irgendwann will ich eine Detektivserie schreiben, in der es darum geht, was mit Menschen nach ihrem Tod geschieht. Der Arbeitstitel hierfür ist „The Choir invisible“.
Außerdem fuhrwerke ich auch weiterhin mit Filmen und Comics herum. Also nichts Konkretes im Moment, aber jede Menge interessanter Möglichkeiten.
SONO: Planst du eine weitere Zusammenarbeit mit einem anderen Autor wie für „Stimme der Finsternis“?
Tad Williams: Also geplant hatte ich das damals eigentlich nicht. Ich war einfach zu beschäftigt, um aus einer meiner Kurzgeschichten ein Buch zu machen und da hat man mir einen Co-Autor angeboten. Davon war ich überhaupt nicht begeistert – bis Ninas Name ins Spiel kam. Dann habe ich sehr schnell ja gesagt, denn Nina ist eine ebenso exzellente, wie faszinierende Autorin. Im Moment arbeite ich an zwei Geschichten, die ich zusammen mit meiner Frau Deborah Beale schreibe; beide könnte man als Jugendbücher beschreiben, doch werden sie auch all jene begeistern, die meine anderen Arbeiten mochten. Die Arbeitstitel lauten „The Dragons of ordinary Farm“ und „Urchin’s Luck“. Ich denke, das zählt als Zusammenarbeit, auch wenn wir verheiratet sind, oder? (Es ist jedenfalls viel leichter, als Kinder zu erziehen und kommt mir gar nicht richtig wie Arbeit vor...)
SONO: Gibt es eine Frage, auf die du in einem Interview immer gewartet hast, die aber nie kam?
Tad Williams: Es überrascht mich, dass ich nicht öfter nach meiner Vergangenheit als Pirat befragt werde. Man sollte doch meinen, dass all dieses Schiffe plündern, das Leute über die Planken schicken und vor allem auch die Schätze vergraben mehr Interesse bei den Leuten wecken würde, aber nein! Ich glaube, die heutigen Leser sind einfach alle abgestumpft. Im Ernst, mir fällt keine Frage ein, mit der ich gerechnet hätte, die mir aber nie gestellt wurde. - Obwohl solche Sachen wie mein literarisches Verhältnis zu Tolkien, das einige weniger intelligente Kritiker als sklavische Imitation oder sogar kommerzielles Parasitentum verstehen - dann muss ich mir in der Öffentlichkeit selbst ein wenig schmeicheln und die Frage verdrehen, in dem ich Dinge sage wie: „Und wie sie sicherlich alle verstanden haben, ist das ganze weniger eine Hommage an Tolkien, sondern eher eine Diskussion einzelner Elemente in seinem Werk.“ Ich setze mich mit so etwas auseinander, indem ich es in meine Geschichte einfließen lasse, nicht, indem ich eine theoretische Abhandlung zu dem Thema schreibe.
SONO: Tad, ich danke dir im Namen der ganzen SONO Redaktion!
Tad Williams: Bitte schön, ich hoffe, ihr könnt mit den Antworten etwas anfangen. Alles Gute – Tad
Das Gespräch führte Marcel Dykiert mit der Unterstützung von Elvir Dolic
© Osten Ard Portal - Fehler auf dieser Seite bitte bei webmaster@ostenard.net melden.
Viel Spass wünscht euch das Osten Ard Team 2008!
Viel Spass wünscht euch das Osten Ard Team 2008!










